Tiergestützte Pädagogik - Labradorhündin Paula [*2010 - †2021]
Tiergestützte Pädagogik -Labradorhündin Paula[*2010 - †2021]

Verbreitung und Begriffsdefinition

Schulhunde in Deutschland

Derzeit sind in Deutschland an schätzungsweise weit über 1000 Schulen Hunde im pädago-

gischen Einsatz. Davon sind im Schulhundweb aktuell 517 Kolleg*innen aus 16 Bundes- ländern mit einer Selbstverpflichtung zur Einhaltung von Hygiene-, Ausbildungs- und Einsatzstandards für Schulhunde vernetzt (Stand 12.2021).

 

Diese Selbstverpflichtung ist momentan das einzige geltende Gütekriterium, dem sich Hupäschlerinnen bundesweit anschließen können, um ihren qualifizierten Einsatz mit Hund in der Schule zu verdeutlichen (vgl. Verbände / Institutionen).

 

In der aktuellen „Richtlinie zur Sicherheit im Unterricht (RiSU)" der Kultusministerkon- ferenz vom 14.06.2019 findet man ebenfalls Empfehlungen zum Einsatz von Hunden in der Schule (vgl. "Rechtliche Grundlagen").

Schulhund, Schulbegleithund oder Schulbesuchshund?

Da es im Laufe der letzten Jahre sowohl auf verschiedenen Ebenen als auch in der speziellen Fachliteratur immer wieder zu unterschiedlichen Begrifflichkeiten kam, hat 2019 das "Qualitätsnetzwerk Schulbegleithunde e.V." den Begriff Schulhund in ihrer Vereinsbroschüre "Der Einsatz von Hunden in der Schule - Informationen für Schulleitungen" auf Seite 2 folgendermaßen definiert und differenziert:

 

"Der Verein „Qualitätsnetzwerk Schulbegleithunde e.V.“ sieht den Begriff Schulhund als Oberbegriff für alle in der Schule eingesetzten Hunde an, die in Untergruppen eingeteilt werden können:


Schulbegleithunde – Hunde, die ihre Besitzer*innen, eine Pädagog*in, regelmäßig, max. 3x wöchentlich, in die Schule (in Klassen bzw. Gruppen) begleiten und eine Teamweiterbildung von mind. 60 Stunden absolviert haben. Der Begriff ist gleichzusetzen mit dem Begriff „Präsenzhunde“ und beinhaltet auch „Klassenbegleithunde“.


Schulbesuchshunde – Hunde, die mit ihren Besitzer*innen für einige Stunden an einem Projekt zum Thema Hund in der Schule teilnehmen und mindestens eine Teamweiterbildung von einem Wochenende absolviert haben sollten.


Therapiebegleithunde – Hunde, die ihre Besitzer*innen, eine Therapeut*in, regelmäßig in die Schule begleiten und eine Teamweiterbildung von mind. 60 Stunden absolviert haben."

 

 

Hunde werden in der Therapie und Pädagogik (vgl. Tabelle) verstärkt seit ca. 1960 als Helfer und Begleiter zunächst in USA, England und Australien, ab 1969 auch in Deutschland eingesetzt. Im Jahr 1987 wird in Deutschland der Verein „Tiere helfen Menschen e.V.“ gegründet, der den Einsatz von Therapiehunden institutionell fördert. 

 

Im pädagogischen Einsatz sind Hunde an Schulen in Deutschland seit ca. 1990. In Sulzburg erzielte Bernd Retzlaff mit seiner Labradorhündin Jule („Zur Schule mit Jule“) ab 2002 als einer der bekanntesten Pädagogen nachhaltige Erfolge.

 

Im selben Jahr begann Lydia Agsten ihre wegweisende hundgestütze Arbeit in der Schule.

Begriffliche Unterscheidung von tiergestützten Einsatzarten

(in Anlehnung an das Schaubild von Vernooji / Schneider 2008, S. 50)

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Sylke Schmidt
"Paula" 02.05.2010 - 12.04.2021
Nachwuchs "Jule" 22.05.2021 :-)