Tiergestützte Pädagogik - Labradorhündin Paula
Tiergestützte Pädagogik -Labradorhündin Paula

Verbreitung und Begriffsdefinition

Schulhunde in Deutschland

Derzeit sind in Deutschland an schätzungsweise weit über 1000 Schulen Hunde im pädago-

gischen Einsatz. Davon sind im Fachverband Schulhunde aktuell 432 Kolleginnen und Kollegen mit einer Selbstverpflichtung zur Einhaltung von Hygiene-, Ausbildungs- und Ein- satzstandards für Schulhunde vernetzt (Stand 07.2018).

 

Diese Selbstverpflichtung ist momentan das einzige geltende Gütekriterium, dem sich Hu- päschlerinnen bundesweit anschließen können, um ihren qualifizierten Einsatz mit Hund in der Schule zu verdeutlichen (vgl. Verbände / Institutionen).

Blick nach Österreich

Das Land Österreich hat mittlerweile - anders als in Deutschland - wissenschaftlich fundierte Richtlinien für den Einsatz von Hunden in Schulklassen. Auf Basis des Leit- fadens "Hunde in der Schule" wurden Curricula zur Ausbildung von Lehrern entwickelt, die ihren geschulten Hund in der Klasse einsetzen wollen. In den Pädagogischen Hoch- schulen des Burgenlandes und des Bundes in Oberösterreich werden diese Lehrgänge bereits erfolgreich durchgeführt  (vgl.www.bmb.gv.at).

Schulhund oder Schulbesuchshund?

In der tiergestützten Pädagogik mit Hund wird zwischen dem Schulhund (Präsenzhund) und dem Schulbesuchshund unterschieden. Die folgenden Definitionen beziehen sich auf das Österreichische Bundesministerium für Bildung (BMB 2014). Das Land Österreich hat als erstes Land offizielle Rahmenbedingungen für eine professionelle tier- gestützte Pädagogik geschaffen und wissenschaftlich fundierte Richtlinien für den Einsatz von Hunden in Schulklassen aufgestellt. Auf Basis des Leitfadens „Hunde in der Schule“ wurden Curricula zur Ausbildung von LehrerInnen entwickelt, die ihren geschulten Hund in der Klasse einsetzen wollen.

 

„Der Schulhund (Präsenzhund) verbringt regelmäßig eine gewisse Zeit im Klassenraum und im Unterricht. Er wird von einer für den pädagogischen Hunde-Einsatz ausgebildeten Lehrperson geführt. Der Hund ist speziell auf seine Eignung getestet, entsprechend ausgebildet und wird regelmäßig im Einsatzort Schule überprüft. Zu den wichtigsten pädagogischen Zielsetzungen (…) zählt ihr Beitrag zur Verbesserung des sozialen Gefüges in der Klasse, der Lehrer-Schüler-Beziehung, des Klassenklimas und der individuellen sozialen Kompetenz der Schüler.“

 

(Schul-) Besuchshunde besuchen Schulklassen ein- oder mehrmals stunden- weise. Sie werden von einer für den pädagogischen Hunde-Einsatz ausgebildeten, externen Begleitperson geführt. Die Hunde werden auf ihre Eignung getestet, entsprechend ausgebildet und regelmäßig überprüft. Zu den Zielsetzungen gehört die altersgerechte Wissensvermittlung über Hunde (…) sowie über Tierschutz- anliegen (…).“ (vgl. A. Beetz: Hunde im Schulalltag, S.16)

 

Der Einsatz von Schulhunden leitet sich aus der tiergestützten Therapie ab, in der verein- facht dargestellt die speziell ausgebildeten Tiere (z.B. Therapiehunde) zusammen mit dem Therapeuten einer speziellen Fachrichtung, der über ein entsprechendes Fachwissen der eingesetzten Tierart verfügt, den Heilungsprozess eines Patienten fördern.

 

Hunde werden in der Therapie und Pädagogik verstärkt seit ca. 1960 als Helfer und Begleiter zunächst in USA, England und Australien, ab 1969 auch in Deutschland eingesetzt. Im Jahr 1987 wird in Deutschland der Verein „Tiere helfen Menschen e.V.“ gegründet, der den Einsatz von Therapiehunden institutionell fördert. 

Im pädagogischen Einsatz sind Hunde an Schulen in Deutschland seit ca. 1990. In Sulzburg erzielte Bernd Retzlaff mit seiner Labradorhündin Jule („Zur Schule mit Jule“) ab 2002 als einer der bekanntesten Pädagogen nachhaltige Erfolge.

Im selben Jahr begann Lydia Agsten ihre wegweisende hundgestütze Arbeit in der Schule.

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© Sylke Schmidt