Tiergestützte Pädagogik - Labradorhündin Paula
Tiergestützte Pädagogik -Labradorhündin Paula

Strukturierung des Schulhundeinsatzes

Der Schulhundeinsatz wird in Anlehnung an das "Fünf-Phasen-Modell"

nach Heyer / Kloke folgendermaßen strukturiert:

Vorbereitungsphase

Bevor Paula aktiv in das Unterrichtsgeschehen eingebunden wurde, erfolgte nach einer sorgfältigen inhaltlichen und methodischen Vorbereitung die Vorstellung und Abstimmung des Projekts „IGS - Tierisch gute Schule“ in allen schulrelevanten Gremien.

An einem Elternabend erhielten die Erziehungsberechtigten meiner Klasse einen Einblick in die Arbeit und Ziele der tiergestützte Pädagogik mit Hund. Durch einen entsprechenden Infobrief wurden neben der Einverständniserklärung auch Allergien und Ängste abgefragt.

Einführungsphase

In der Einführungsphase stellte ein "Brief von Paula" den ersten Kontakt des Schulhundes zu den Kindern her und legte somit den Grundstein für die weitere Arbeit. Anhand des Klassentieres "Paul" (Handpuppe Labrador) trainierten die SchülerInnen dann den Umgang mit einem Hund. Sie lernten, wie man z.B. richtig auf einen Hund zugeht oder einen Hund streichelt.

 

Ein besonders großes Augenmerk wurde auf der Vermittlung verbindlicher Regeln im Umgang mit der Schulhündin "Paula" gelegt. Diese wurden zusammen mit den Kindern erarbeitet, im Klassenraum sichtbar aufgehängt und zu jeder Schulhundstunde ritualisiert wiederholt.

Die folgende Tabelle bildet die vereinbarten Regeln in Anlehnung an Heyer / Kloke ab:

richtig falsch
Ein Kind – ein Hund! Nicht alle auf einmal!
Leise sein. Nicht schreien.
Paula streicheln. Paula nicht schlagen und treten.
Paula von unten streicheln. Paula nicht von oben streicheln.
Warten, bis Paula zu dir kommen möchte. Nicht hinter Paula herlaufen.
Paula darf weggehen. Paula nicht festhalten.
Warten, bis Frau Schmidt Paula holt. Nicht zu der Box von Paula gehen.

Regeln im Umgang mit „PauIa“

Regeln und erarbeitete Rituale stellen eine wichtige Unfall prävention dar. Neben den eingeführten Regeln, die immer sichtbar im Klassenraum hängen und ritualisiert zu jedem Stundenbeginn wiederholt werden, befindet sich außen an der Klassentür ein entsprechendes Informationsschild, das auf den Hundebesuch in Klassenraum hinweist.

 

 

Kennenlernphase

In der nächsten Phase kamen verschiedene Spiele zum Kennenlernen, zum Abbau von Ängsten und zur gegenseitigen Kontaktaufnahme von Kind und Hund zum Einsatz.. Die SchülerInnen lernten die Grundkommandos "Sitz, Platz und Bleib" kennen. Anhand ver- schiedener Legematerialien erhielten sie außerdem Basiswissen über das Verhalten von Hunden, deren Ausstattung, Hunderassen, Hundeberufe u.v.m. (vgl. Heyer / Kloke).

Arbeitsphase

In der Arbeitsphase sollen die SchülerInnen durch die Anwesenheit und den aktiven Einsatz des Hundes sowie durch gezielte Übungen Lern- und Entwick- lungsfortschritte in verschiedenen Förderbereichen machen. So bearbeiten die Kinder z.B. Arbeitsblätter zur Buchstabeneinführung, die im Kontext zum Thema Schulhund stehen oder sortieren Wörter nach bestimmten Lauten.

Abschlussphase

Die abschließende Phase des Schulhundeinsatzes muss rechtzeitig auf das Ende der Hundebesuche vorbereiten (z.B. durch ein Hundediplom, eine gemeinsame Klassenfahrt, einen Schulhundrap o.ä.), da viele Kinder intensive Beziehungen zum Schulhund aufgebaut haben und dieser für sie eine wichtige Rolle spielt.

 

Seit dem Schuljahr 2013/2014 nimmt Paula regelmäßig am Unterricht der Hundeklasse teil. Manchmal ist sie einfach nur da und sorgt für gute Stimmung; in der Regel wird sie aber aktiv im Untericht eingesetzt (z.B. zum Apportieren von Socken mit Aufgabenkarten, zum Öffnen von Dosen mit Aufgabenkarten oder zum Stupsen von Einmaleinsaufgaben).

 

Mittlerweile ist Paula fester Bestandteil der Klassengemeinschaft und ein treuer Freund für viele Kinder geworden:

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Sylke Schmidt